Im Wandel der Zeit

Julia Unterberger

18. Mrz 2020 | 5 Kommentare

Wir befinden uns im Wandel der Zeit. Altes vergeht – Neues entsteht. Die Erde atmet durch, während uns der Virus den Atem nimmt. Straßen sind leer, der Himmel blau und fern der üblichen Flut an Kondensstreifen. Der Konsum sinkt, die Humanität lebt auf. Die Nachbarschaft verbindet sich obwohl jeder für sich zu sein scheint.

Entschleunigung auf allen Ebenen. Familien lernen sich neu kennen – Vater, Mutter, Brüder, Schwestern unter einem Dach. Neue Herausforderungen echten Zusammenlebens stehen an der Tagesordnung. Gleichzeitig macht sich dieses friedvolle Gefühl der Stille breit. Gefüttert von Schreckensmeldungen der Medien wird es leiser und doch vermag es zu wachsen – in den nächsten Tagen & Wochen oder gar Monaten des Ausnahmezustands.

Die Gesundheit als wichtigstes Gut von Allen hat plötzlich ihren gebürtigen Stellenwert wieder erhalten. Seit Jahren stand dort zuvor der Konsum und das im Außen Leben getrieben vom Puls der Zeit.

Sehen wir die Krise als Chance der Veränderung. Wo Paradigmenwechsel stattfinden und sich ein Tor einer neuen Ära öffnet. Eine Transformation zum Wohle der Gesundheit von Mutter Erde.

Die Uhren ticken unerwartet langsamer. Wir lernen noch gestern Selbstverständliches heute neu zu schätzen. Die Freiheit zu Reisen wohin unser Herz uns trägt. Der ungehinderte Besuch von Restaurants, Bars, Kinos, Kulturzentren & Museen ist von einem Tag auf den anderen nicht mehr möglich. Schulen und Universitäten bleiben bis auf Weiteres geschlossen, Bürogebäude leer.Home office,Remote work,Home-schooling,Online-schooling erleben neue Popularität und werden wohl in kürze völlig normal sein. Was früher noch persönlich in Meetings besprochen werden musste, wird jetzt per Tele-Konferenz und Home-working erledigt. Selbst Behördenwege werden obsolet und funktionieren zukünftig online.
Die Digitalisierung schreitet voran. Mehr als je zuvor. Die persönlichen sozialen Kontakte beschränken sich nun auf die enge Familie.

Ich sehe dies alles als Chance in vielerlei Hinsicht. Das wieder-miteinander-zusammen leben fern der Flucht ins Tun und Beschäftigen außerhalb der Familie kehrt zurück. Eine Trainingswiese der echten inter-familiären Kommunikation wächst. Der tägliche Lebensraum reduziert sich auf die eigenen vier Wände und den Garten, falls vorhanden. Altes wird aussortiert, die Wohnung bzw. das Haus geputzt – schließlich will man es schön haben in der Quarantäne.

#stayfuckinghome ist ein Hashtag der Solidarität, des gemeinschaftlichen Zusammenhalts geworden. Helfer kümmern sich um älteren Personen oder alleinstehende Schwache, um Einkäufe zu erledigen. Freiwillige bieten Skype calls an, um die Einsamkeit der allein daheim isolierten Personen zu reduzieren.

Das Gesundheitssystem mit Krankenhäusern und Intensivstationen wird auf seine härtesten Kapazitäten ausgelastet. Ärzte entscheiden in Extremfällen über Leben und Tod ihrer Patienten. Angst und Panik macht sich in den sozialen Kanälen breit. Gleichzeitig steigt nach und nach die Anzahl der querdenkerischen Sichtweisen und Aspekte der Krise. Gibt es einen übergeordneten Plan? Wer zieht hier die Stränge. Läuft hier etwas im Hintergrund ab? Gänsehaut-videos von Vorhersagungen, Nosdredamus und Co. geben uns Gründe zum Grübeln. Klüge Köpfe und spirituelle Lehrmeister deren Betrachtungsweise skeptisch, gefasst aber auch sehr positiv ausfallen – das Gesamtgeschehen auf höheren Ebenen betrachtend.

Eins ist Gewiss. Wir werden nicht mehr die sein, die wir zuvor waren. Die Welt auch nicht.

Erstmals in der Geschichte der Industrialisierung und Digitalisierung bekommt die Erde eine wohl verdiente Pause von Abgasen der Auto- und Flugindustrie. So etwas wie dies hat es in diesem globalen Ausmaß noch nicht gegeben. Möge sich der Fokus der Menschen auf Humanität, Solidarität, (Nächten-)Liebe, Frieden und Heilung einstellen.

Mit der Neugier eines Kindes, der Offenheit für Veränderung und dem Vertrauen in das Leben & die Menschheit betrachte ich den Wandel der Zeit.

TIMES OF CHANGE

Pin It on Pinterest

Share This